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ASB in Heidenau 1. Einsatz Darmstädter ASB Helferinnen und Helfer im hessischen Kontingent vom 18.08.02 bis 25.08.02
Sieben Tage waren 12 ASB MitarbeiterInnen gemeinsam mit dem hessischen Kontingent in Heidenau bei Dresden stationiert und überwiegend dort und im Müglitztal im Einsatz. In dieser Woche wurden Außenstationen in Weesenstein und Dohna errichtet. Viele Orte, wie u.a. Lauenstein, Schlottwitz und das bekannte Glashütte wurden aufgesucht und bei Bedarf unterstützt und mit notwendigen Hilfsgütern versorgt.
Grundsätzlich haben die ASB-ler die Erfahrung mitgebracht, dass es sich um zwei Katastrophen gehandelt hat. Zum einen die durch die ständig steigenden Wassermassen verbundenen Hochwasserschäden in den Städten und Gemeinden nahe der großen Gewässer, vor allem aber die erdbebenartigen (oder wohl auch kriegsähnlichen) Schäden in den Tälern, welche die herabstürzenden Fluten, die Erd- und Steinmassen mit sich rissen, angerichtet haben. Es ist unvorstellbar, dass ein kleiner Bach am Bergkamm auf eine Breite von über 10 Meter und eine Tiefe von bestimmt 5 Meter im Tal angewachsen ist und alles mitgerissen hat, was im Wege stand, egal ob Häuser, Straßen, Brücken oder Eisenbahngleise . Hier wurden halbe Dörfer dem Erdboden gleichgemacht. Zumindest ein Ort, dem der ASB-Hessen Hilfe brachte, konnte erst am vergangenen Sonntag, also knapp eine Woche nach der Katastrophe, auf dem Landweg erreicht werden.
Katastrophal wirkte sich auch die zerstörte Infrastruktur aus. Kein Telefon, kein Strom, kein oder nur verschmutztes Trinkwasser, keine Gasversorgung. Die ersten Tage nach der Katastrophenflut müssen die Hölle für die Bevölkerung gewesen sein.
Eine weitere wichtige Erfahrung ist die Tatsache, dass sich die Komponenten "Betreuung" und "Rettung" des Katastrophenschutzes bei einem solch umfangreichen Einsatzfall nicht trennen lassen. Retter müssen auch versorgen, Betreuer auch retten. Als reiner Betreuungseinsatz geplant, haben die zur Eigensicherung mitgeführten Rettungsdienstfahrzeuge und deren MitarbeiterInnen sogar die Aufgaben einer öffentlich-rechtlichen Rettungswache in unserem Einsatzgebiet übernommen.
Hunderte Evakuierte, die in einer Schule, in der sich auch der Hauptstützpunkt unserer Einsatzkräfte befand, untergebracht und von Helferinnen und Helfern mehrerer Hilfsorganisationen betreut wurden, konnten im Laufe der Woche wieder in ihre Wohnungen, darunter ein Seniorenheim, gefahren werden.
Ungezählte, zig-tausend Kilo Hilfsgüter wurden in abgelegene, manchmal auch abgeschnittene und oftmals nur über riesige Umwege zu erreichende Orte im Müglitztal gefahren. Nicht nur einmal war es unserem ortskundigen Führer zu verdanken, dass wir nicht selbst verunglückten, da manche Straßen derart unterspült waren, dass die noch intakte Asphaltdecke unsere LKW wohl nicht mehr getragen hätten. Ihm gehört unser aller besonderer Dank.
Nicht vergessen möchten wir hervorzuheben, wie freundlich wir aufgenommen wurden und wie gut die Zusammenarbeit mit allen anderen Hilfeleistenden, egal ob Rettungsdienst, Polizei, Technisches Hilfswerk oder Feuerwehr aus ganz Deutschland war und ist. Aber auch Bürgerinnen und Bürger der betroffenen Gebiete überbrachten uns mehrfach Speisen, Kuchen, Getränke, sogar Blumen und kleine Tonfiguren als Geschenke, die aus dem dortigen Gebiet stammten. Das örtliche Krankenhaus stellte uns neben Material auch seine sanitären Einrichtungen zur Verfügung. Der Dank für die Unterstützung in dieser Not war für uns körperlich spürbar.
Der Einsatz der hessischen Helfer geht weiter, aktuell ist vor allem die Zubereitung von Mahlzeiten und deren Verteilung an Betroffene und Helfer eine der Hauptaufgaben. Unser Einsatz wurde durch das hessische Innenministerium bis vorerst 15.09.02 verlängert. Aktuell befinden sich z.Zt. wieder 9 Darmstädter Samariterinnen und Samariter ins Katastrophengebiet und helfen die Not zu lindern.
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